Selbstbestimmtes Leben im Alter - Zusammenfassung

Zusammenfassung des Publikumsvortrages 

"Jeder Mensch hat das Recht darauf, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und somit auch auf alle dazu notwendigen Rahmenbedingungen, die dies ermöglichen. Dies ist ein von der Bundesverfassung geschütztes Menschenrecht." hält Dr. med. Hans Bänninger, Facharzt FMH für Innere Medizin und Geriatrie fest.

70 interessierte Bürgerinnen und Bürger verfolgten den aufschlussreichen und spannenden Vortrag des Spezialisten. Selbstbestimmung heisst, das eigene Leben zu gestalten und in Bezug auf die eigene Lebensqualität frei von institutionalisierten Zwängen und bevormundender Fachlichkeit Wahlmöglichkeiten zu haben und Entscheidungen treffen zu können.

Wo sind die Grenzen zum selbstbestimmten Leben und Sterben?

Das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht gebraucht die Begriffe "Urteils- und Handlungsfähigkeit", welche mittels Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung für Zeiten der "Unfähigkeit" an andere Personen delegiert werden können. "Ist die Urteilsfähigkeit nicht mehr gegeben, entscheiden andere für uns. Für diese Situation müssen wir vorsorgen!" appelliert Bänninger.

Auch wenn ein urteilsfähiger Mensch nach langem, unheilbaren Leiden an einen Punkt gelangt, wo er nicht mehr leben will und den Weg eines begleiteten Freitodes sozusagen als letzten Ausweg wählt, kann er gemäss Bundesverfassung und der Europäischen Menschenrechtkonvention selbst darüber entscheiden, wann und wie er sterben will. Das Bundesgericht verlangt, neben der Urteilsfähigkeit und einem langen, kontinuierlichen Sterbewunsch, zusätzlich eine präzise Abklärung durch zwei Ärzte und einen Psychologen.

"Haben wir Ärzte das Recht, diesen Wunsch des leidenden Menschen, der uns um Hilfe bittet, in Frage zu stellen?" fragt der ärztliche Leiter des CSB.

Nach langer und sorgfältiger Diskussion sehen es die Ärzteschaft, die Direktion und die Verwaltungskommission des CSB als unsere Pflicht an, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie unseren Patientinnen und Patienten auch am Ende des Lebens zu helfen, ihre Grundrechte der Selbstbestimmung zu achten und ihnen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen.

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